"Größe durch Dienen" von Andrea Hammer (Sozialwerk Bremen)
Größe durch Dienen
E.: Dienst im Allgemeinen
„Dienen“ ist kein populärer Begriff, obwohl er in unserer Umgangssprache häufig vorkommt: z.B. Öffentlicher Dienst, Dienstleistung, Wehrdienst – Zivildienst, Dienstwohnung, Verdienst.
„Dienen“ meint die Abhängigkeit eines Geringeren von einem Größeren. Wer will schon gern abhängig sein und tun, was ein anderer vorschreibt? Entscheidend ist, ob ich dieses Verhältnis freiwillig gewählt habe oder dazu verpflichtet bin (z.B. Wehrdienst, Zivildienst).
Heute sprechen wir mehr vom „Service“, nicht mehr vom Dienst. Ein Diener hat einen Herrn / Chef über sich. Wer seinen Service verkauft ist selber der Herr, nicht mehr der Diener!
1. Dienst ist eine Gnadengabe
Röm 12, 4-8 „Denn wie wir in einem Leib viele Glieder haben, aber die Glieder nicht alle dieselbe Tätigkeit haben, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, einzeln aber Glieder voneinander. Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben nach der uns gegebenen Gnade, so lasst sie uns gebrauchen: Es sei Weissagung, in der Entsprechung zum Glauben; es sei Dienst, im Dienen; es sei, der lehrt, in der Lehre; es sei, der ermahnt, in der Ermahnung; der abgibt, in Einfalt; der vorsteht, mit Fleiß; der Barmherzigkeit übt, mit Freudigkeit.“
Hier steht das Dienen zwischen den Diensten am Wort, nämlich der Weissagung/Prophetie und der Lehre. D.h. das Dienen gehört mitten hinein in die Verkündigung des Wortes Gottes.
Hier wird der Dienst als Gnadengabe/Charisma bezeichnet. Paulus nimmt das Bild vom Leib, der viele Glieder hat und jedes Glied hat eine andere Aufgabe/ Funktion. Er stellt die „Diakonia“ aller als Gemeindemodell vor - als Leib, dessen Glieder einander dienen. Er zeigt damit die Vielfalt der Begabungen und Dienste in der Gemeinde. Und der Dienst aller soll in Liebe geschehen, denn die höchste Gnadengabe ist die Liebe (1 Kor 13).
2. Dienst ist praktisch: Geisterfüllt Diakone, Apg. 6
Apg 6, 1-7: In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir für die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes vernachlässigen. Darum, ihr lieben Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst. Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Proselyten aus Antiochia (zum jüd. Glauben übergetretener). Diese Männer stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten die Hände auf sie. Und das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem.
Die Gemeinde in Jerusalem hatte das Problem, dass die tägliche Essensversorgung neu organisiert werden musste. Die griechisch-sprechenden Witwen kamen dabei zu kurz und die Leiterschaft musste sich dieser Sache annehmen. Wie haben sie ihr Problem gelöst? Eigentlich sehr einfach: „So seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst.“ Es benötigte also sieben Männer (nicht Frauen, die sich in der Küche besser auskennen), die bereit waren, Mahlzeiten zu verteilen! Obwohl das Problem nur die griechischen Witwen betraf, ging der Appell dabei an die ganze Gemeinde.
Sie berufen also 7 Männer, die bestimmte Voraussetzungen brauchten: ein gutes Zeugnis haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sein. Und das für den Tischdienst! Hätte man hier nicht Leute suchen sollen, die dafür die entsprechende Ausbildung haben? - Unter ihnen waren Stephanus und Philippus, zwei Topleute! Ich erwähne das, weil wir oft ein völlig falsches Bild von „Dienst“ haben. Wir denken, das sei nur etwas für die Neuen, die in der Gemeinde erst noch ihren Platz finden müssen.
Stephanus war der Mann, durch den Gott Wunder wirkte und der seinen Glauben an den auferstandenen Christus vor dem Hohen Rat verteidigte, bis sie ihn steinigten!
Philippus ging nach Samarien und predigte dort so vollmächtig, dass eine Erweckung losbrach.
Die beiden waren bereit, Mahlzeiten zu verteilen! Sie waren Diener, und das war der Schlüssel, dass Gott seine Macht offenbaren konnte. Sie stellten sich willig zur Verfügung, etwas zu tun, das eigentlich unter ihrem Niveau war.
Auf der Grundlage dieser dienenden Gesinnung ist die Gemeinde weiter gewachsen. Gottes Haus, wie auch die natürliche Familie, funktioniert auf der Ebene, was getan werden muss, und nicht, wozu man sich begabt fühlt oder wozu man gerade Lust hat. Wer von uns ist berufen abzuwaschen, den Abfall raus zu tragen, das Licht zu löschen? Wir alle! Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in eine falsche Geistlichkeit hinein kommen und uns zu schade sind, praktische Aufgaben zu übernehmen!
Wenn wir in der Gemeinde zwei Seminare anbieten würden, das eine
„Ein williger Diener in der Gemeinde werden“
und das andere
„Von Gott im prophetischen Dienst gebraucht zu werden“,
zu welchem Seminar würden sich mehr Leute anmelden?
So wichtig geistliche Begabungen sind - sie spielen oft eine so übergeordnete Rolle, so dass es schwierig ist, Geschwister für unterstützende Dienste zu finden, wie z.B. mitzuhelfen, dass das Abendmahl am Sonntag vorbereitet wird oder den Cafédienst zu bestücken. Das Schlimme ist noch, dass die, die bereit sind, das zu machen, sich oft nicht so „geistlich fühlen“ wie die anderen; welch eine Verdrehung!
Jesus zeigt uns, was echtes Dienen ist (Johannes 13). Er war mit seinen Freunden vor dem Passahfest zu einer Mahlzeit zusammengekommen und sie hatten vergessen, einen Diener mit zu bestellen, der ihnen die Füße wäscht. Keiner der Jünger kam auf die Idee, den anderen die Füße zu waschen. „Jesus zog das Obergewand aus, band ein Handtuch um seine Hüfte, goss Wasser in eine Schale und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen.“ (Johannes 13, 4). War hier Fähigkeit gefragt? Nein, aber Jesus war willig und stellte sich zur Verfügung. Er, der grösser war als alle anderen, ging mit gutem Beispiel voran, und zeigte, wie WIR dienen sollen; egal, welche Titel oder Berufungen wir haben.
Ganze Liebe zu Gott zu zeigen heißt, bereit zu sein, die Schürze umzubinden. Warte weder auf eine Position oder noch auf ein Mikrophon, sondern sei einfach bereit, die anfallende Arbeit zu machen.
Ich mache heute keinen Aufruf und frage: Wer ist bereit, praktisch mitzuhelfen? Das ist nicht das Entscheidende, sondern es ist nur ein Resultat der richtigen Haltung. Hast du auf Jesu Ruf, ihm nachzufolgen, schon geantwortet? Hast du das Tuch schon umgebunden und bist bereit Zeit und Kraft ins Reich Gottes zu investieren?
Waren Stephanus und Philippus zu Höherem berufen, als Essen auszugeben? Na klar! Aber wie bekommen wir in diese Haltung? Nimm einfach Tuch, Schüssel und Schürze und sei bereit, das zu tun, was ansteht. Und dann geh zu den Verantwortlichen der Gemeinde und erkläre deine Willigkeit. Du wirst sehen, Arbeit gibt es genug. Und Gott wird nicht mit einem persönlichen Segen für dich sparen!
Diese Gesinnung der Freiwilligkeit hat Auswirkungen; mit solchen Leuten arbeite ich gerne zusammen, denn man muss sie nicht überzeugen. Sie fragen nicht nach Gewinn oder nach einer Position, sondern sie leben in einer Erwartung, dass Gottes Macht offenbar wird.
3. Dienst am Wort
Verkündigung ist im übertragenen Sinne auch ein „Tisch-Dienst“. Das Wort Gottes wird als Speise „aufgetischt“ und soll die Gemeinde satt machen. Die Apostel wollten sich nicht um die Verteilung der Lebensmittel kümmern müssen, damit sie genügend Zeit zum Gebet und zur Predigt haben. Also Zeit haben für den Gottes-dienst im engeren Sinn.
Und umgekehrt gilt genauso: Alle Wortgaben haben einen diakonischen Charakter, d.h. sie sind irgendwo alle praktisch und helfen in konkreten Situationen. Z.B. die Gabe der Krankenheilungen oder die Gabe der Geisterunterscheidung.
Der Weg geht immer vom Wort zur Tat, z.B. nennt Paulus die Sammlung für die verarmte Gemeinde in Jerusalem einen „Dienst“ (2.Kor 8,4). Diese Gabe führte zurück zum Wort, d.h. zum Dankgebet durch die beschenkten Geschwister in Jerusalem.
Der biblische Begriff „Diakonia“ ist sowohl die Wortverkündigung wie auch die Versorgung an den Tischen. Beides ist wichtig für Wachstum und Entwicklung der Gemeinde. Karitatives Tun und Evangelisation gehören zusammen. Werke der Nächstenliebe unterstützen die Botschaft von der Freundlichkeit. Soziale Dienste über unsere Gemeindehäuser hinaus, machen uns glaubwürdig in unserer gottlosen Gesellschaft. Und da gibt es mehr als genug zu tun …
4. Durch Dienen zur Größe, Markus 10,35ff
Und es treten zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sagen zu ihm: Lehrer, wir wollen, dass du uns tust, um was wir dich bitten werden. Er aber sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich euch tun soll? Sie aber sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen in deiner Herrlichkeit! Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder mit der Taufe getauft werden, mit der ich getauft werde? Sie aber sprachen zu ihm: Wir können es. Jesus aber sprach zu ihnen: Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden; aber das Sitzen zu meiner Rechten oder Linken zu vergeben, steht nicht bei mir, sondern ist für die, denen es bereitet ist. Und als die Zehn es hörten, fingen sie an, unwillig zu werden über Jakobus und Johannes. Und Jesus rief sie zu sich und spricht zu ihnen: Ihr wisst, dass die, welche als Regenten der Nationen gelten, sie beherrschen und ihre Großen Gewalt gegen sie üben. So aber ist es nicht unter euch; sondern wer unter euch groß werden will, soll euer Diener sein; und wer von euch der Erste sein will, soll aller Sklave sein. Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
Hier sehen wir, wie die menschliche Natur beschaffen ist. Sofort nach seiner dritten Leidensankündigung Jesu dachten die Jünger an ihren eigenen Ruhm, statt an Jesu Leiden.
Die erste Leidensankündigung veranlasste Petrus zum Widerspruch (Kap. 16,22). Auf die zweite folgte bald die Frage der Jünger „Wer ist der Größte . . .?“ Und die dritte Leidensankündigung berichtet vom Ehrgeiz von Jakobus und Johannes. Sie verschlossen sich hartnäckig vor den Warnungen vor Schwierigkeiten und wollten nur das Versprechen der Herrlichkeit sehen – das zeigt, dass sie aber eine falsche, materialistische Sicht des Reiches Gottes hatten.
Ihre Bitte war vielleicht edel, aber fehl am Platz. Sie wollten Christus nahe sein und zugleich Großartiges für sich selbst zu suchen. Sie zeigten Glauben, dass Jesus sein Reich aufrichten wird, aber sie hätten eher an sein bevorstehendes Leiden denken sollen. Sie wollen Machtpositionen ergattern. Sie machen es geschickt und sprechen mit dem Chef im kleinen Kreis. Das ist eine altbewährte Taktik, die oft zum Erfolg führt. Wie viele solcher einflussreicher Posten in Firmen oder in Einrichtungen werden durch inoffizielle Absprachen vergeben? Wie oft wird versucht, eine Sache jetzt mal eben so durchzuziehen, ohne andere Leute im Vorfeld mit einzubinden? Es geht um Macht und Einfluss dabei, etwas Bestimmtes zu erreichen oder die eigene Position zu festigen.
Aber sie hatten die Prinzipien nicht verstanden, nach denen im Reich Gottes „Ehren“ verteilt werden. Jesus antwortet offen, dass sie gar nicht wissen, um was sie bitten. Sie wollen die Krone ohne das Kreuz, einen Thron ohne den Opferaltar und die Herrlichkeit ohne die Leiden, dahin.
So fragte er sie unverblümt: »Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?“ - Er würde leiden und sterben müssen. Jakobus und Johannes betonten, dass sie in der Lage sind, seine Leiden zu teilen, obwohl ihr Selbstvertrauen hier wohl mehr auf Eifer als auf Wissen beruht.
Jesus versichert ihnen, dass sie seinen Kelch wirklich trinken werden. Jakobus starb später als Märtyrer (Apg 12,2) und Johannes wurde verfolgt und auf die Insel Patmos verbannt.
Dann erklärt Jesus, dass er nicht einfach irgendeinen Ehrenplatz im Himmel versprechen kann, denn der Vater hat diese Plätze bereits bestimmt. Sie dachten, es gehe hier um eine Art politische Beförderung. Weil sie so eng mit Christus lebten, meinen sie auch einen besonderen Anspruch auf bevorzugte Positionen zu bekommen. Aber es geht hier nicht um eine Frage persönlicher Günstlingsschaft. Gott wird die Plätze zur Rechten und Linken Jesu nach den Leiden für ihn vergeben werden! Der Zugang zum Reich erfolgt aus Gnade durch den Glauben, aber die Stellung im Reich wird durch Treue für Christus bestimmt.
Den anderen Jüngern gefiel es gar nicht, dass die beiden so an Jesus herantraten. Sie waren unwillig, weil sie selbst die Größten sein wollten und lehnten deshalb den „Erstanspruch“ von Jakobus und Johannes ab!
Das nimmt Jesus zum Anlass, eine revolutionäre Aussage über »Größe« zu machen. Die »Nationen« kennen Größe nur in Bezug auf Herrschaft. Im Reich Christi zeigt sich Größe durch Dienst. Wer immer groß sein will, muss ein Diener werden, und wer der Erste sein will, muss ein Sklave werden. Jesus stellt die Ziele der Jünger komplett auf den Kopf. Er setzt neue Werte für seine Leute ein. Im Himmelreich ist es nicht der Ellenbogen, der siegt. Es geht es um eine Gemeinschaft, die anders ist als das, was wir kennen. Da sind die Größten die Diener.
Der Menschensohn ist das vollkommene Beispiel dafür. Er kam in die Welt, nicht »um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele«.
Wie kann man sich diese „Größe in Knechtschaft“ vorstellen? Wie kann der Diener der Größte sein? Wie viele unserer Gemeinden leben genau das, was die Jünger uns vormachen? - Sie üben sich in jener Machtrangelei, die Jesus kritisiert. Er skizziert, worauf alles zuläuft: " Ihr wisst, dass die, welche als Regenten der Nationen gelten, sie beherrschen und ihre Großen Gewalt gegen sie üben. So aber ist es nicht unter euch".
Jesus greift den Wunsch jedes Menschen auf: geachtet, geschätzt, eben "groß" zu sein. Wann wird denn ein Mensch wirklich groß? - Wenn er sich bückt und den anderen dient! Nicht die Aufgeblasenheit macht´s. Es ist unser Dienst, unsere Liebe, Unterordnung, Geduld und Beständigkeit. Das Bild der Fußwaschung ist eindrücklich: Wir dürfen den anderen die Füße waschen. Was für eine Qualität von Gemeinschaft, in der das von allen umgesetzt wird. Wo alle einander in Liebe, Wahrheit und Reinheit des Herzens dienen, ist das Himmelreich nahe herbeigekommen.
"Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes", l.Petr 4,10. Dienen ist ein guter Weg zum Nächsten. Ein kleiner Liebesdienst öffnet Herzen. Christen leben nicht mehr sich selbst, sie leben für Gott. Und sie leben für den Nächsten. Seit ich an Jesus glaube, ist der Nächste mehr als ich. Im Alltag heißt das, dass ich für mich selber nicht mehr so viel Zeit habe wie früher, weil ich sie für Gott und meinen Nächsten brauche.
5. Dienen ist himmlisch
Dienen ist das Verzichten auf Gewalt und ein Sich-Beugen unter andere. Dienen heißt, den andern höher stellen als sich selbst. Nur diejenigen, die sich den Diene-Mut, die Demut schenken lassen, sind auf dem Weg zum Thron.
Für Thronbewerber in der Herrlichkeit gibt Jesus in Luk. 19, 17 den Hinweis ,,Weil du im Geringsten treu gewesen bist, sollst du Macht haben über zehn Städte." Der Weg heißt: ,,Sei treu im Kleinen! Menschliche Herrschsucht macht große Pläne und steckt sich weite Ziele." Jesus sagt: ,,In deiner nächsten Nähe, in den kleinen Pflichten zu Hause und im Beruf liegen die Aufgaben, die belohnt werden, wenn sie im Namen Gottes erledigt werden. Auf Treue warten Kronen!"
Dienst braucht Hingabe und Gehorsam, denn selig sind nicht die Hörer des Wortes, sondern die Täter!
Dienst braucht Übung und Bewährung = ich muss es tun, damit ich darin wachsen kann.
Persönliche und geistliche Gaben müssen zur Entfaltung kommen, d.h. wir dürfen im Dienen "aufgehen", zur Blüte kommen und gute Früchte wachsen lassen. "Dienst wird eingeübt in der Gemeinde und ausgeübt in der Welt", also am Nächsten.
Dienst braucht Demut, mittelhochdeutsch: "Diene-Mut" = Mut, den eigenen Stolz fahren zu lassen.
"Der alte Adam dient nicht. Er dient nur sich selbst. Er herrscht. Er macht sich den anderen dienstbar, er verdrängt und beherrscht ihn, um über ihm zu stehen. Wenn er etwas für den anderen tut, dann erwartet er Lohn, Ehrung, Preis und Prämie."
Wer Jesus dienen will, kann sich nicht gleichzeitig profilieren wollen! Wir sollen den anderen höher achten, als uns selbst, uns also unter ihn zu stellen. Dann sind wir fähig zu tragen und dem anderen hilfreich zu sein. Wenn der andere merkt, dass ich ihn nicht beherrschen, sondern dienen will, habe ich im Nu sein Herz gewonnen und er wird sich mir öffnen. Demut atmet eine Kultur von Wertschätzung und Aufmerksamkeit für den anderen.
Der Demütige lebt in der Überzeugung: Gott ist der große „Ich bin“ und ich der große „Ich bin´s nicht“.
Er denkt nicht wenig von sich, sondern wenig an sich. Das befreit, weil wir ohne Krampf leben können und wissen, dass wir auf Gott angewiesen sind. Immer da, wo wir auf uns selbst geworfen sind, entstehen Ängste, Depressionen, Stress und Sorgen. Jesus lädt uns ein den besseren Weg zu wählen - den Weg, der zum Leben führt. Das meint einen Lebensstil auf einem ganz anderen Niveau. Ein Leben in der bewussten Abhängigkeit zu dem Vater im Himmel. Wenn wir diesen Weg konsequent gehen, werden wir innerlich zur Ruhe kommen, eine innere Gelassenheit bekommen und erfrischter leben. Der größte Feind auf diesem Weg ist die gelebte Unabhängigkeit - in einem Wort: der Stolz. Gott widersteht dem Hochmütigen, dem Demütigen aber gibt Er Gnade (1.Ptr 5,5). Demut ist eine Kulturpflanze in unserem Herzen, Stolz wächst von alleine wie das Unkraut.
Diener sind immer in der Nähe Jesu
Jesus sagt: "Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach; und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein." (Joh 12,26)
Dienen ist himmlisch
Im Himmel dient Jesus seinen Leuten: "Wahrlich ich sage euch, er wird sich schürzen und wird sie zu Tisch bitten und kommen und ihnen dienen" (Lk 12,37).
Was sollen wir tun? - Jesus fragen, was dran ist! Es kommt nicht darauf an, ob ich einen "großen" = von allen gesehenen Dienst tue, sondern ob ich ein dienendes, mich selbstvergessendes Herz habe.
Alles, was wir tun, sollen wir von Herzen als dem Herrn tun und nicht den Menschen. (Kolosser 3,23)
D.h. ich brauche keinen Beifall – mein Ziel soll sein, Gott zu gefallen, auch in aller unscheinbaren und nicht gesehenen Arbeit. Und Gott schaut ins Verborgene und wird es mir lohnen!
Jesus sagt: "Wer mir dient, den wird mein Vater ehren" (Joh 12,26)